Wesenstest am 11. und 12.03.2017 in Dagersheim

Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir am 11. März beim Schäferhundeverein in Dagersheim an, um, so wie ich mitbekommen hatte, einen Wesenstest zu machen. Ich hatte keine Ahnung was das für mich bedeutete und war daher schon ganz aufgeregt. Glücklicherweise war ich gleich als Erstes dran. Nachdem mich die Richterin, Birgit Hilt, begrüßte - stellt euch vor, sie nannte mich "Mäuschen" - las sie an meinem Hals den Chip aus und überprüfte meine Zähne. Dann endlich durfte ich frei rumlaufen - und das lies ich mir nicht zweimal sagen. Erstmal all die netten Menschen persönlich begrüßen und die Terrasse inspizieren. Dann wieder zurück und bei meinem Zweibeiner vorbeischauen. Da der irgendwelche Fragen über mich beantwortete schnüffelte ich weiter und brachte der Richterin erstmal ihren Schal, denn Birgit war erkältet und hatte ja noch einen langen Tag vor sich.

Nun hieß es endlich Gassi gehen,obwohl das irgendwie komisch war. Immer wenn ich meinen Chef überholte , wechselte er die Richtung. Ich musste ihn ganz schön im Auge behalten. Und noch etwas war komisch: er gab keine Befehle und lächelte immer - das war cool: freie Bahn für mich! Nach ein paar Minuten drehte er um und wir marschierten durch die Gruppe der Zuschauer. Unterhaltungen, aufgehende Regenschirme, Zickzackgehen, aber was noch komischer war: keiner hatte ein Handy in der Hand wie sonst immer bei den Menschen...

Doch dann wurde es wieder spaßig: mein Zweibeiner und Birgit warfen einen Dummy nach dem anderen, und jeder war besser als der Vorhergehende. Das war toll. Und anschließend zerrten wir noch ein bisserl rum - Birgit ist echt dufte und sie hat eine tolle Weste voller Überraschungen!

Als nächstes musste ich mich auf die Seite legen und Birgit hielt mich fest, während mein Mensch in meinem Rücken verschwand - eine komische Übung, vorallem nachdem man eben noch so ausgelassen spielte.

Aber dann ging es gleich weiter. Mein Chef und ich liefen auf eine Gruppe zu, die V-förmig auf uns wartete und sich hinter uns schloß. Uih war das eng. Nur Füße und kaum Platz. Und dann lenkte mich Birgit auch noch ab und mein Mensch verschwand bevor ich es merkte. Das war irgendwie komisch - allein zwischen all den fremden Menschen... Was war ich froh als mein Zweibeiner mich rief und ich aus der Enge raus konnte!

Inzwischen hatte sich ein Mann aus der Gruppe gelöst und war 100m weit weg marschiert - das interessierte mich doch sehr, denn er quarkte wie eine Ente... Dann viel ein Schuss und ich nix wie ab, dass wollte ich genau wissen. Auf halber Strecke ein zweiter Schuss - Vollgas -und kurz vor der menschlichen Ente ein Dritter. Das war ein Spaß. Auf dem Rückweg passierten dann lauter komische Dinge. Mal klapperte und trötete es, dann viel ein Tunnel auf den Weg, eine Thundertube röhrte, ein Plastikkuh wackelte durch die Wiese - Elsa ihr Name - und eine Dose flog mit Geschepper aus einer Hecke. Nur am Ende war es wieder etwas merkwürdig. Da wackelte ein mageres Gespenst durch die Gegend - da hatte ich schon etwas Mitleid mit...

Und dann war alles vorbei, den Birgit sagte "Bestanden - einen besseren Anfang kann es nicht geben" und alle klatschten und freuten sich. Mein Zweibeiner strahlte und war richtig stolz, als Birgit noch "so ein toller Hund" (richtig - ein Hund und kein Mäuschen!) sagte.

Dann hieß es für mich ab ins Auto und warten. Insgesamt waren wir 9 Hunde, 5 Rüden und 4 Mädels. Wir Jungs waren alle vor der Mittagspause dran und hatten bestanden. Nach der Mittagspause - genug Zeit zum Wald erkunden - ging es dann mit den Mädels weiter, die ja schon lange warten mussten. Vielleicht zu lange, den eine von uns wollte sich partout nicht hinlegen, alle Überredungskünste zum Trotz. Und das nächste Mädel wollte sich erst einmal austoben und hatte gar kein Interesse daran, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Beide wurden zurückgestellt.

Und dann war es geschafft. Unsere Menschen erhielten irgendwelche Papiere und wir Hunde erhielten von Silke Körper, der Sonderleitung des Testes, leckere Rundenverpflegung.

An dieser Stelle bedanken wir - mein Zweibeiner und ich - uns bei den Menschen, die diesen Tag zu einem schönen Erlebnis werden ließen. Silke Körper, die das organisatorische voll im Griff hatte und auch für das leibliche Wohl sorgte, und Birgit Hilt, die Richterin mit der tollen Weste. Und natürlich noch Alfred (stimmt der Name?) Körper, der sich als Photograph, Schütze und menschliche Ente sehr verdient gemacht hat.

Vielen lieben Dank, Euer Balin mit seinem Mensch Holger Meyer

 



Wesenstest der BZG Schönbuch, LG Südwest

Am 11. und 12.03.2017 führte die BZG Schönbuch einen Wesenstest für Retriever in Dagersheim bei Böblingen durch.
Die Veranstalter hätten sich keinen besseren Termin aussuchen können: strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, blühende Krokusse und angenehme Frühlingstemperaturen sorgten bei allen Teilnehmern für eine positive Grundstimmung.

Auch das Prüfungsgelände, das freundlicherweise vom Schäferhundverein Dagersheim zur Verfügung gestellt wurde, lag in einem weniger frequentierten Gebiet, so dass weder Stress noch große Ablenkungen für die teilnehmenden Hunde aufkamen.
Ich hatte mich bzw. meine Chessie-Hündin für den Sonntag, 12.03. angemeldet. An diesem Tag wurden noch ein weiterer Chesapeake Bay Retriever, ein Flat Coated Retriever, ein Golden Retriever und vier Labrador Retriever geprüft.

Nach der Ankunft hatten alle erstmal noch genügend Zeit, ihre Hunde auszuführen, bevor es zur Anmeldung ging.
Die Sonderleiterin Silke Körper und die Richterin Birgit Hilt begrüßten alle Teilnehmer und sorgten mit ihrer netten, fröhlich-freundlichen Art dafür, dass bei niemandem Aufregung oder Ängste aufkommen konnten.

Um einen reibungslosen Ablauf vorzubereiten und etwaige Unsicherheiten der Hundeführer zu beseitigen, wurde der Wesenstest in der ganzen Gruppe und mit einem nicht zu prüfenden Hund durchlaufen. Dabei wurden alle Teilnehmer in ihre Aufgaben als Helfer eingewiesen. Denn sowohl für den Parcours mit den optischen und akustischen Reizen, als auch für Fußgängergruppe und Kreisprobe werden entsprechend viele Mitwirkende benötigt. D.h. alle Teilnehmer und die wenigen Zuschauer waren während des gesamten Prüfungstages mit eingebunden und hatten keine Langeweile durch lange Wartezeiten. Dadurch, dass alle Hundeführer bei dem Wesenstest stets selbst mit eingebunden waren, anstatt nur zuzugucken, was andere mit den Hunden machen, blieb die lockere und entspannte Atmosphäre über den Tag hinweg erhalten.
Zuerst wurden die drei Rüden, danach die Hündinnen geprüft.

Den Auftakt machte der Chesapeake-Rüde, der alles unglaublich souverän meisterte, weder von fremden Personen, Seitenlage, Menschenmenge oder einengendem Menschenkreis in irgendeiner Weise beeindruckt war und zwischendrin immer wieder in den angrenzenden Bach sprang. Die Ausflüge in das Wasser wurden allerdings jedes Mal etwas länger und als der Schütze Richtung Bach schoss und der Hund dorthin lief, flogen 2 Enten hoch. Das war das Zeichen für den jagdlich geführten Rüden, das Wasser erneut anzunehmen und Bach sowie angrenzende Dickungen intensiv zu durchstöbern. Da beim Wesenstest weder Befehle gegeben noch die Pfeife eingesetzt werden dürfen, war der bis dahin so positiv getestete Hund nicht mehr zur Weiterprüfung zu überreden und wurde zurückgestellt.

Das tat allen Anwesenden unglaublich leid, da der Hund bis zu seinem Jagdausflug so unbeeindruckt und souverän auf alles reagiert hatte.
Die nächsten drei Hunde bestanden alle recht mühelos. Ein Rüde war nach dem Spielen so aufgedreht und auf die Dummyweste der Richterin fixiert, dass die Seitenlage auf einen späteren Zeitpunkt seines Wesenstests verschoben wurde. Das zeigte allen noch wartenden Teilnehmern, dass auf jeden Hund entsprechend eingegangen wird und man keine Angst vor zu strengen Beurteilungen haben muss.
Nachdem die Hälfte der Prüflinge fertig war, bot die Mittagspause genügend Zeit, die in den Autos wartenden Hunde auszuführen und zu versorgen. Bei dem Mittagsspaziergang sahen wir 2 weitere Enten vom nahegelegenen Bach abstreifen, was Friedas Interesse natürlich auf den Bach lenkte.
Dann waren die letzten 4 Hündinnen dran. Wie schon am Vormittag war es wieder sehr interessant, die unterschiedlichen Charaktere und Verhaltensweisen der Hunde zu beobachten. Keine der Hündinnen hatte größere Probleme bei den gestellten Situationen.

Dann endlich waren wir dran. Startnummer 8. Das Beste kommt ja bekanntlich immer zum Schluss…
Frieda hatte zwar schon eine längere Wartezeit hinter sich, war aber zum Glück nicht zu aufgedreht. Allerdings zeigte sie, wie morgens schon ihr Bruder, gleich Interesse an dem Bach… Vorbesprechung, Freilaufen, Spielen, fremde Personen, Seitenlage, Menschenmenge, Regenschirm, Personenkreis, alles lief gut. Vor dem Schießen sprang Frieda jedoch wieder in den Bach und ich musste mehrfach ihren Namen rufen (Befehle wie „Hier“ oder Pfeifen waren ja tabu), um sie wieder aus dem Wasser zu bekommen. Die Richterin ließ dann auch schnell den Schützen in Aktion treten, bevor Frieda erneut Interesse am Bach entwickeln konnte. Der Schütze war dann auch interessanter, so dass wir als Nächstes den Parcours mit den optischen und akustischen Reizen durchlaufen konnten. Einige Dinge waren kein Problem, bei anderen musste ich mit Frieda hingehen.
Und dann war der Wesenstest auch schon bestanden! Frieda wurde als eine freundliche Hündin mit großem Arbeitseifer beurteilt. - Und ich war dann doch sehr erleichtert, dass nun alles geschafft war.

Nach einer Schlussbesprechung bei Kaffee und Kuchen und einer Belohnung von Silke Körper für alle Hunde wurden die Ahnentafeln und Bewertungsbögen ausgeteilt.

Es war ein sehr schöner Prüfungstag in durchweg angenehmer und entspannter Atmosphäre.

Vielen Dank an Richterin Birgit Hilt, die diese beiden Prüfungstage trotz Erkältung so nett und immer freundlich und fröhlich durchgeführt hat! Und auch vielen Dank an die Sonderleiterin Silke Körper, die alles organisiert und schon im Vorfeld alle Teilnehmer umfassend informiert und für den Wesenstest vorbereitet hat.

Wieder zuhause sind wir noch eine schöne, größere Runde durch den Wald gelaufen und danach war Frieda richtig geschafft von dem Tag. Sie hat früh und lange geschlafen und sehr intensiv geträumt – auch wenn der Wesenstest eher spielerisch und in entspannter Atmosphäre abgelaufen ist, waren es eben doch viele Eindrücke für den jungen Hund.

Mein Fazit zum Wesenstest:
Der Hund muss tatsächlich nichts „können“, um den Wesenstest zu bestehen. Der Ausbildungsstand hinsichtlich Arbeitsprüfungen oder Jagdlicher Prüfungen ist nicht relevant. Während des Wesenstests dürfen ohnehin keinerlei Kommandos („Hier“, „Sitz“, „Aus“ o.a.) gegeben werden, die Hundepfeife darf auch nicht eingesetzt werden, alle Leckerlies müssen weggeräumt werden.
Allerdings ist es von Vorteil, wenn der Hund auf seinen Namen hört und sich durch die Stimmlage des Hundeführers motivieren oder wieder „runterfahren“ lässt.

Ansonsten reicht es aus, wenn der Hund ganz normal sozialisiert wurde, schon mal fremde Menschen gesehen hat, nicht isoliert aufgewachsen ist oder immer von allem ferngehalten wurde. Die Hunde dürfen beim Wesenstest ja auf die verschiedenen Reize reagieren, auch bellen oder sich kurz erschrecken, nur sollten sie keine Panik bekommen oder aggressiv werden. Solange der Hund sich alles mit seinem Besitzer zusammen anschaut, ist alles in Ordnung.

Nicht das „Können“ ist entscheidend, sondern das „Kennen“ (das Kennen von normalen Umweltreizen, von anderen Menschen, das sich-gut-Kennen von Hund und Halter).

Bei bereits jagdlich geführten oder am Wasser sehr passionierten Hunden, sollte man vor der Anmeldung zum Wesenstest jedoch erfragen, ob sich Wasserflächen auf oder neben dem Prüfungsgelände befinden!

Und da immer genügend Mitwirkende gebraucht werden, ist es gut, wenn einige Hundeführer mit Begleitpersonen anreisen können oder wenn interessierte Züchter oder in der Nähe des Prüfungsortes wohnende Hundeführer als Zuschauer vorbeikommen können.

Silke Brommer mit Frieda