Dummy – Aufbau – Seminartage  mit Jörg Brach

Von Mai bis Oktober hat Jörg Brach auch in diesem Jahr interessierten Teilnehmern wieder gezeigt, wie man sich an das Element „ Dummy „  heran - und hineinarbeitet.

Begonnen hat es dieses Jahr im März erstmalig mit einem Body-Performance-Seminar in Theorie und Praxis und anschließend über fünf monatliche Wochenenden hinweg in Aufbau-Seminaren.

Die BZG dankt Jörg für sein Kommen und freuen uns auch in 2015 auf neue interessante Stunden. Ganz herzlich danken wir dir Claudia für deinen Einsatz als Organisatorin und begleitenden Sonderleitung sowie der Bereitstellung des Reviers / Geländes – es ist immer wieder schön auf der Schwäbischen Alb mit den Hunden zu arbeiten.

Silke Körper

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Ein Teilnehmerbericht von Kay mit Luan

Dieses Jahr nahmen wir zum zweiten Mal an der Dummy Seminarreihe mit Jörg Brach teil. Die Seminarreihe beinhaltete 5 Treffen auf der Schwäbisch Alb bei Gächingen. Diese sind über das Jahr verteilt. Somit hat man zwischen den Treffen Zeit Erlerntes zu festigen und sich neuen Aufgaben zu stellen. Wie auch in den letzten Jahren fand die Seminarreihe im Revier der Sonderleitung Claudia Baumann-Bläsius statt. Schon einmal ein herzliches Dankeschön dafür. Das Revier bietet unheimlich viele Möglichkeiten ein abwechslungsreiches Training zu gestalten. Die Seminare gingen immer von Freitag bis Sonntag und waren nach Leistungslevel in A-F-O unterteilt. Mit diesem Bericht möchte ich einen kleinen Eindruck vom wirklich tollen Training und der guten Stimmung vermitteln. Es würde sicher den Rahmen sprengen jede Aufgabe im Detail zu erklären.

Das erste Treffen für dieses Jahr fand im Mai statt. Ich war nach dem letzten Jahr echt gespannt wie es weiter geht. Zu Beginn des Seminartages wurde sich über den Trainingsstand der Hunde ausgetauscht. Hier war ich schon etwas verblüfft, da Jörg noch sehr genau die Baustellen der einzelnen Hunde, vom letzten Jahr wusste. Gleichzeitig wurde bei neuen Teilnehmern eine kurze Bestandsaufnahme gestartet. Hier gab es den gleichen Aha Effekt wie bei mir im letzten Jahr. Nicht in jedem Seminar wird man damit konfrontiert, welche Stärken und Schwächen die einzelnen Retrieverrassen haben. Dies spricht aber für Jörg, der sein Training immer sehr individuell und durchdacht gestaltet. Gleichzeitig schafft es wohl keiner Baustellen vor ihm zu verbergen. Er kitzelt diese allzu gern aus den Hunden heraus um danach an genau diesen Punkten zu arbeiten. Es macht ja auch sicher keinen Sinn, an Punkten zu arbeiten, die der Hund perfekt kann. Hervorheben muss ich noch das sehr individuelle Training der Führer. Wenn man als Anfänger ehrlich zu sich selber ist, stehen wir unseren Hunden doch allzu oft selbst im Weg. Bei vielen Seminaren werden tolle Workingtestaufgaben gestellt. Dies ist für die Weiterentwicklung des Hundes sicher eine prima Geschichte. Nicht  so bei Jörg. Er legt eher großen Wert darauf die Führer fit zu machen. Nur wenn ich meinen Hund gut lesen und führen kann, wird auch ein Team aus dem Gespann. Ist dieser Funke einmal übergesprungen, ist nahezu alles möglich.

Im Laufe der Seminarreihe wurden etliche Themen der Dummyarbeit durchgearbeitet. Beim ersten Treffen wurden einige Memorypunkte aufgebaut und in unterschiedlichen Variationen abgearbeitet.  Dabei wurde in 2er Teams gearbeitet. Die Hunde mussten zum Teil langsam an die Aufgaben herangeführt werden. Auch hier zeigte sich Jörg´s Stärke. Er ging sehr individuell auf die Teams ein und gestaltete die Aufgaben für jeden lösbar. Speziell wurde auch auf den Stopppfiff eingegangen. Schnell wurde klar, wie wichtig ein genaues „Stopp“ ist. Wir bekamen ein paar Hausaufgaben mit auf den Weg. Auch wurden Marks geschickt mit den Memory´s kombiniert. Jörg wies auf die Wichtigkeit hin, gerade junge Hunde nicht zu marklastig auszubilden. Ziel sollte es sein geschickte Kombinationen zu wählen, die das Vertrauen und die Konzentrationsfähigkeit der Hunde stärken und die Standruhe nicht gefährden.

In den weiteren Seminartagen wurde zunächst das Erlernte abgeprüft und Probleme kurz besprochen. Jeder Seminartag bot neue Facetten und Herausforderungen. So waren Themen wie Einweisen, Walk up, Geländeübergänge und alte Fallstellen bald kein Fremdwort mehr. Besonders viel Input bekamen wir beim Thema Einweisen. Wie trainiere ich das der Hund sauber und über die richtige Seite dreht. Welche Seite ist eigentlich die Richtige? Welche Rolle spielt der Wind und die Geländebeschaffenheit? Auch wurde immer wieder an anderen Hunden und Helfern vorbei gearbeitet. Einige Hunde hatten damit zunächst ihre Probleme. Durch Hilfestellungen und Training wurde dies aber zunehmend besser. Das ganze gepaart mit Hinweisen zur Body Performance. Es wurde immer wieder auf die Wichtigkeit einer klaren Körpersprache eingegangen. Ich war verblüfft, welche kleinen Veränderungen, teilweise massive Fortschritte brachten. Man merkte förmlich wie Hund und Führer über das Jahr reiften und sicherer wurden. Auch kamen Hilfsmittel wie Launcher und Bumper-Boy zum Einsatz. Die Hunde konnten somit auch in diesen Bereichen Erfahrungen sammeln und reifen. Zumindest wir haben im privaten Training nicht die Möglichkeit solche Dinge zu nutzen.

Außerdem wurde großen Wert auf die Suche gelegt. Hier bekamen wir auch Lektionen im lesen der Hunde. Wie fördere ich eine gute Nasenarbeit? Wie trainiere ich die Ausdauer bei der Suche? Sucht mein Hund wirklich?

Gut fand ich die Balance bei den Trainingseinheiten. Auf der einen Seite wurde viel Wert darauf gelegt den Hund zu führen und nicht allzu lange zu hoffen. Auf der anderen Seite möchte man die natürlichen Anlagen und die Selbstständigkeit des Hundes nicht zerstören. Aus meiner Sicht ist diese Gratwanderung sehr gut gelungen.

Im Grunde gab es bei den einzelnen Tagen kaum Wiederholungen. Die Aufgaben bauten aufeinander auf, wurden aber immer wieder kreativ abgewandelt und mit neuen Schwierigkeiten gepaart. Wie Jörg immer so schön sagt: „Raus aus der Komfortzone“.

Für mich kann ich nur sagen, dass wir echt weiter gekommen sind und der rote Faden klar erkennbar war. Luan hat sich durch das aufbauende Training stetig weiter entwickelt. Auch wurde ich über die Saison deutlich sicherer und musste bei einigen Workingtests an Hinweise von Jörg denken. Ja, Ja die Sache mit dem Hoffen.

Zum Ende möchte ich noch die gute Stimmung erwähnen. Ich habe mich jeden Seminartag sehr wohl gefühlt. Natürlich hat jeder Hundeführer seine eigenen Ziele und möchte sich weiterentwickeln. Trotzdem ist es hier gelungen ein harmonisches Miteinander zu gestalten. Wir konnten übereinander und miteinander lachen oder manchmal auch leiden. Man hat sich über andere Hunde genauso gefreut, wie über die Leistung des eigenen Hundes. Es fand immer wieder auch ein Austausch untereinander statt. Übertriebenes Konkurrenzdenken ist hier Gott sei Dank draußen geblieben.

Jeder Seminartag endete mit einem gemütlichen Essen in einer regionalen Lokalität. Dort wurde immer viel gelacht und so manche Anspannung fiel von uns ab.

Was wäre diese Seminarreihe ohne unsere Sonderleitung Claudia Baumann-Bläsius. Es würde sie schlichtweg nicht geben. Ein riesiges Dankeschön für die Organisation und die Präsenz während der Seminare. Es ist nicht selbstverständlich, dass man das Revier so oft nutzen kann. Gleichzeitig hatte unser „Bestimmerle“ immer ein offenes Ohr und sorgte mit Ihrem Charme für ein gutes Gelingen.  Danke auch an Thore für die tollen Fotos und Micha der irgendwie immer da war und als treuer Helfer zur Verfügung stand.

Auch noch einmal ein Danke an Jörg Brach. Wir haben viel gelernt und freuen uns schon auf weitere Seminare.